Indien: 8 Wochen, 8 Gesichter

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***Gastartikel***

„Incredible India“ ist der Slogan den Indien international verwendet, um Touristen anzuziehen. Und es ist wahr, Indien ist in der Tat unglaublich. Gefüllt mit unglaublichen Düften und zum Teil unglaublichem Gestank, voll mit unglaublichen Farben, unglaublicher Vielfalt an Landschaften, unglaublich heilig, unglaublich schmutzig und bewohnt von unglaublich freundlichen Menschen. Kurz gesagt, ist Indien unglaublich überwältigend. Es ist so eine große und abwechslungsreiche Nation, dass der Aufenthalt hier besser etwas länger geplant wird, um sie nur annähernd zu erfahren. Man wird Zeit brauchen, um es aufzusaugen und einsinken zu lassen.

Wir verbrachten insgesamt acht Wochen in Indien und besucht fünf von 22 Staaten. Einen kleinen Einblick unsere Reise haben wir Euch hier in einer Portrait-Serie zusammengestellt. Jedes Bild beschreibt eine Woche unserer Reise.

Woche 1

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Dieser Pandit (indischer religiöser Gelehrter) war jeden Abend zum Sonnenuntergang an der selben Stelle anzutreffen um mit vielen anderen den Ganga Aarti abzuhalten. Ein Ritual das jeden Abend in Varanasi durchgeführt wird.

Indien ist der Geburtsort einiger der größten Religionen (wie Jainismus, Sikhismus, Buddhismus und Hinduismus), was auch bedeutet, dass es viele unzählige heilige und heiligste Orte zu besuchen gibt. Es ist so vielfältig, dass Indien übers ganze Jahr verteilt voll von Feierlichkeiten und Festivals ist. Somit ist es bestens geeignet, sich mit einem breiten Spektrum an Religionen, Praktiken, Sitten und ja, ihren Partys bekannt zu machen!

Woche 2

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Diesen Saduh trafen wir mehrere Tage hintereinander, in Bodhgaya, bei der Umrundung des „bohdi tree“ (Pappel-Feige) unter dem Buddah seine Erleuchtung fand. Zu Ehren von Buddah wurde der Mahabodhi Temple gebaut, den die Pilger umrunden. Der Bohdi Baum ist aus der 3. Generation von dem Baum unter dem Buddah saß.

Sadhus, Sanskrit für „gute Männer“, sind heilige Männer und Frauen, die ihr Leben dem erreichen von „Moksha“ (Befreiung) gewidmet haben. Dies erreichen sie durch die Steuerung oder Enthaltung von allen menschlichen Bedürfnissen und materiellem Wohlstand. Es ist ein hartes Leben, weil sie von der Großzügigkeit anderer leben müssen. Die meisten Sadhus wandern, um losgelöst von den Dingen, Orten und Menschen zu bleiben.

Woche 3

8faces8weeks-7Dieser Junge unterhielt sich mit uns für bestimmt 15 Minuten und stellte seine ganze Familie vor. Diese war zum Theyyam Fest gekommen. Eine traditioneller Tanz im Süden des Landes.

Kinder sind wichtig in der indischen Gesellschaft. Oder eigentlich Familie im Allgemeinen. Die Ehe ist nicht vollkommen, bis die ersten Kinder geboren sind, und je mehr Kinder, desto besser. Heiraten und Kinder scheint fast die wichtigste Sache im Leben jedes Inders. Sobald die Kinder alt genug sind, werden sie verheiratet und Enkelkinder werden der neue Schwerpunkt der Familie.

Woche 4

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Diesen wunderbar aussehenden älteren Herrn haben wir auf dem Cattle Festival in Sonepure getroffen. Ob er jetzt Vieh gekauft, verkauft oder einfach nur die Festlichkeiten genossen hat, konnten wir leider nicht rausfinden.

Wie Kindern sind ältere Menschen, vor allem die kleinen, gebeugten, faltigen, immer ein Foto wert. Und in Indien sind die Menschen mindestens genauso interessiert an dir, wie du an ihnen. Selbst ohne eine gemeinsame Sprache, sind Lächeln und Körpersprache alles, was man braucht um ein Kichern oder einen Augenblick miteinander zu teilen.

Woche 5

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Dieser Mann bereitet seinen Stand für den Tag vor. Bei unserem früh morgendlichen Ausflug, in die Tee Plantagen von Munnar, haben wir hier halt gemacht. Mit köstlichem Tee und lecker frittierten Sachen beginnt der Tag doch wesentlich einfacher.

Über Indien kann man natürlich nicht schreiben ohne das fabelhafte Essen zu erwähnen. Für Vegetarier ist Indien der reinste Himmel. Nie zuvor waren wir in der Lage Snacks von der Strasse ohne Bedenken in den Mund zu stopfen. Und das Beste: Es schmeckt wirklich gut! Zugegeben, viel Zucker und Öl sind die Grundlage von allem, und das meiste wird gebraten oder frittiert. Aber als Reisender dessen Bauch noch nicht ganz an die lokale Hygiene angepasst ist, sind frisch frittierte Speisen eh das sicherste Nahrungsmittel.

Woche 6

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Diese Augen wurden auch auf dem Cattle Festival in Sonepur aufgenommen. Wie stolz die Kinder darauf waren, dass jemand Bilder von ihnen und ihren Pferden machte.

In einer Welt, in der Einkommen-, Lebensmittel- und somit das gesamte Leben, abhängig von Vieh ist, sind die Tiere oft der wichtigste Besitz der Familie. Sie werden gefüttert, gebadet, geschmückt und verehrt und bekommen somit mehr Aufmerksamkeit als jedes andere Familienmitglied. Dies gilt nicht nur für die berühmte indische „heilige Kuh!“, sondern für jedes Vieh. Es gibt lokale Festivals, wo sie verkleidet und vorgeführt werden. Die jährlichen Viehmärkte sind Großveranstaltungen, mit Jahrmärkten, wochenlangen Parties, Wettrennen, Märkten und kulinarischen Köstlichkeiten, die sie zum gesellschaftlichen Anzugspunkt machen.

Woche 7

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Bei einem kurzen Stop zwischen Bikaner und Jaisalmer kaufte der Busfahrer seine tägliche Ration frische Milch, um sie in der nächsten großen Stadt zu verkaufen. Mit der Bäuerin hat er ein Abkommen, das ihm zweimal täglich die frischeste Milch liefert. Dies ermöglicht es ihr, ihre zwei Jungs zur Schule zu schicken.

Während die Metropolen riesig und modern sind, ist der überwiegende Teil des Landes noch sehr traditionell. Das Land ist riesig, was bedeutet, dass der Großteil von Dörfern, Landwirtschaft und zum großen Teile von Natur belegt wird. Diese Bereiche sind von vielen verschiedenen Stämmen bewohnt. Alle Stämme haben ihre eigene Kultur, Sprache und Merkmale, sowie spezifischen Schmuck, Kleidung und Tattoos.

Woche 8

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Um 7 Uhr morgens schwammen wir an dieser wunderschönen älteren Dame vorbei. Auf der Kayak Tour durch Alleppey Backwaters gibt es aber noch viele andere Dinge zu sehen.

Kerala, einer der südlichen Bundesstaaten, ist bekannt für seine Backwaters. Das Innenland ist verbunden zum Meer durch die Hauptflüsse mit ihren vielen Nebenflüssen und Seen. Hier geschieht das Leben auf, in und ums Wasser. Die Backwaters werden zum waschen von Geschirr, baden, als Toilette, bewässern der Felder, Infrastruktur und für den Tourismus genutzt, um nur einige zu nennen.

Autoren

alex und ZoeAlex und Zoe (www.out-n-about.de) reisen nicht nur um das Land, sondern auch die Menschen und ihre Geschichten kennenzulernen. Er fotografiert und sie schreibt. Ihrem letztes Projekt könnt Ihr auf Google+ oder Facebook folgen, wo es noch weitere Bilder aus Indien gibt.

 

Discussion17 Kommentare

  1. Eine echt schöne Idee, anhand von Portraits ein wenig zu erklären, wie Indien funktioniert! Auch wenn ich neulich gar nicht so traurig war, dass meine Indien-Reise zu Ende ging; beim Anblick dieser Bilder würde ich am Liebsten sofort wieder hinfliegen!

  2. Wow! Toller Gastbeitrag mit tollen Fotos! Indien ist einfach ein einzigartiges Land mit einzigartigen Gesichtern und einzigartigen Geschichten über die einzigartigen Menschen und die einzigartige Kultur!!! Und mal wieder zwei neue interessante Blogger entdeckt! *I Like* 🙂

  3. Pingback: LIEBLINGE im April v004*

  4. Tolle Bilder. Indien ist wirklich unglaublich. Ein anderes Wort, mit dem man dieses Land beschreiben könnte ist „bunt“. Einfach nur bunt. In jeder Hinsicht 🙂

  5. Klasse Artikel mit hübschen Fotos. Interessiere mich schon lange für eine Reise nach Indien. Mal schauen wann ich das hin bekomme. Zuerst geht für mich nach L.A.

  6. Eine der vielen schönen Seiten von Indien, ist, jedenfalls für Fotografen, die Bereitschaft der Menschen sich fotografieren zu lassen. Nein, besser, viele erachten es als Ehre von einem Reisenden aus der ersten Welt fotografiert zu werden. Oder sie wollen mit einem fotografiert werden. Es ist über alle Sprachbarieren hinweg eine schöne Art in Kontakt miteinander zu kommen, denn gerade auf dem Land sprechen viele Inder kein Englisch.
    Unser Trailer zum neuen Multivisionsvortrag – keine angst vor indien – zeigt schon mal einige dieser Bilder.
    https://youtu.be/1osboIkLyv0
    LG
    Peter

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