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Mit dem Auto von Litauen ans Nordkap – Die Route zum Nordkap

Das Route zum Nordkap in Norwegen steht sicherlich auf vielen Bucket Lists, auf meiner war es ehrlich gesagt nicht zu finden. Auch auf die Idee einen Roadtrip übers Baltikum in den hohen Norden Skandinaviens zu machen, wäre ich wahrscheinlich von alleine nicht unbedingt gekommen. Aber diese Tour gehört definitiv nun zu meinen Lieblingsroadtrips. Warum? Zum einen weil ich ein paar Städte und Länder entdeckt habe, die ich bisher nicht kannte und zum anderen weil ich mich unfassbar in die Mitternachtssonne verliebt habe. Falls ihr also nach einer Idee für einen etwas außergewöhnlichen Roadtrip sucht, dann ist diese Route zum Nordkap definitiv empfehlenswert.

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Bevor ich näher auf die einzelnen Stationen eingehe, gibt es erstmal ein paar generelle Infos, die ihr beachten solltet.

Wie lange solltet ihr für den Trip einplanen?

Rein theoretisch machbar ist das Ganze in 5-6 Tagen. Ich würde euch allerdings empfehlen eher länger einzuplanen, damit ihr zum einen mehr Zeit in den einzelnen Städten habt und zum anderen könnt ihr dadurch euch auf der Straße selbst mehr Zeit lassen und immer wieder anhalten und auch mal stundenlang Pause machen, falls euch danach ist (und das wird mit ziemlicher Sicherheit so sein, da ihr teilweise an atemberaubenden Landschaften vorbeikommen werdet, die man einfach in Ruhe genießen will)

Wann ist die beste Jahreszeit für den Roadtrip?

Rein theoretisch könnt ihr die Route zum Nordkap jederzeit machen, allerdings solltet ihr zwischen Mai und Ende Juli fahren, falls ihr die Mitternachtssonne erleben möchtet (und das wollt ihr!). Ich würde die Tour nicht unbedingt zwischen November und Januar empfehlen, da dann die Polarnacht herrscht, während der die Sonne teilweise gar nicht aufgeht. Das mag auch ganz interessant sein, allerdings hätte ich persönlich keine Lust die ganze Zeit Auto zu fahren während es stockdunkel ist.

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Muss die Route zum Nordkap zwingend in Wilna anfangen?

Nein, natürlich nicht. Falls ihr mit dem eigenen Auto fahren möchtet, könntet ihr von Deutschland aus über Polen nach Litauen fahren und von dort die Route wie unten beschrieben machen. Falls ihr mit einem Mietwagen reist könnt ihr natürlich an jedem Punkt der Route zum Nordkap einsteigen. Da ich die Tour von Wilna bis ans Nordkap gemacht habe, werde ich mich darauf beziehen.

Was solltet ihr noch beachten?

Geschwindigkeitsbegrenzungen! Die sind nämlich von Land zu Land ein bisschen unterschiedlich und es gibt viele viele Möglichkeiten in eine Radarfalle zu tappen und das kann dann teuer werden. Und ja, da machen zehn km/h Unterschied schon einen großen Unterschied im Geldbeutel. Eine gute Übersicht wie schnell ihr in welchem Land fahren dürft findet ihr hier.

Die Route zum Nordkap – Von Wilna über Riga, Tallinn, Helsinki, Oulu und Alta ans Nordkap.


1. Wilna (Vilnius) – Litauen

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Wilnas Altstadt gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und ist eine der größten und besterhaltenen Altstädte Europas. Wilna nennt auch über 50 Kirchen sein eigen und wird daher auch gerne mal als „Rom des Ostens“ bezeichnet. Ein ausgiebiger Bummel durch die Altstadt lohnt sich also allemal. Besonders empfehlenswert ist meiner Meinung nach ein Besuch der Republik Užupis, quasi eine Stadt in der Stadt, ähnlich der Freistadt Christiania in Kopenhagen. Užupis ist ein Künstler-Stadtteil von Wilna, das aber eine eigene Verfassung und einen eigenen Präsidenten besitzt und eine Zeit lang sogar eine eigene Armee hatte, die allerdings wohl schnell wieder aufgelöst wurde. Besonders die letzten drei Punkte der Verfassung finde ich persönlich ziemlich toll:

  • Lass dich nicht unterkriegen!
  • Schlag nicht zurück!
  • Gib nicht auf!

2. Riga – Lettland

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Auch die Altstadt von Riga gehört zum UNESCO Welterbe. Ich fand vor allem das Hochhaus der Akademie der Wissenschaften sehr beeindruckend, das wohl auch eine Aussichtsplattform hat. Ich hätte noch gerne mehr von der Stadt gesehen, aber leider hatten wir nicht viel Zeit in Riga und in den wenigen Stunden in der Stadt hatten wir irgendwie Lust aufs Wasser und so sind die einen zum Strand und wir zu einem herrlichen See gefahren, wo wirklich nichts, aber auch gar nichts los war. Mein Tipp daher: für Riga gerne zwei Tage einplanen. Einen Tag für die Stadt an sich und einen Tag für das Umland.

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3. Tallinn – Estland

Von Tallinn habe ich quasi eigentlich nur den Hafen gesehen, da wir von hier die Fähre nach Helsinki genommen haben. Und das war ziemlich lustig. So eine Fährfahrt hatte ich noch nie erlebt – da gibt es ALLES. Engtanzdisco, Kinderbespaßung, Casinos und endlose Flure auf denen man sich verlaufen kann. Unbedingt merken sollte man sich, auf welchem Deck das Auto steht, damit man es dann auch wiederfindet, was ich ehrlich gesagt ohne die Hilfe meiner Mitreisenden nicht geschafft hätte…

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4. Helsinki – Finnland

Auch von Helsinki habe ich viel weniger gesehen, als mir lieb gewesen wäre, aber: Helsinki steht damit auf meiner „Da-muss-ich-nochmal-hin“-Liste recht weit oben. Was ich richtig richtig cool fand war der Gasometer in Helsinki, eine perfekte Foto-Location. Und nicht nur dass, denn auf dem Gelände dort findet auch alljährlich das bekannte Flow-Festival statt.

Gasometer Helsinki

5. Oulu – Finnland

In Finnland wurde mir zum ersten Mal die Mitternachtssonne so richtig bewusst, zwar ist Oulu noch etwas südlicher als der Polarkreis, aber auch hier ist es im Frühsommer so richtig RICHTIG lange hell (wenn auch nicht unbedingt 24h am Stück). Wenn man das noch nie erlebt hat, dann verspult einen das schon kurz ein bisschen. Denn eigentlich ist man müde, aber weil es draußen noch so hell ist, hat man das Gefühl, dass es noch viel zu früh zum schlafen gehen ist und auf einmal ist man dann auch wieder voller Energie. Mein Tipp: Schlafmaske auf. Hörbuch an. Gut is. Denn tagsüber will man schon fit genug sein um ganz entspannt durch die finnische Landschaft zu fahren, die mich echt beeindruckt hat. Ich liebe diese etwas raue und doch sehr sinnliche Kombination, die Finnland bietet.

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6. Alta – Norwegen

Die Strecke von Oulu in Finnland nach Alta in Norwegen war mein ganz persönliches Highlight der Strecke. Denn man kann nicht nur zwischen Finnland, Schweden und schließlich Norwegen hin und her fahren, sondern die Landschaft wird zu später Stunde immer schöner. Das Licht, dass wir gegen 22 Uhr kurz vor Alta erlebt haben, war so mit das Schönste, was ich auf dem ganzen Roadtrip gesehen habe.

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Und wenn dann auf einmal die Sonne wirklich nicht mehr untergeht und man kurz vor Mitternacht vor der Nordlichtkirche in Alta steht, dann fühlt sich das ein bisschen so an, als befände man sich auf einmal in einer ganz anderen Welt.

Nordlichkirche Alta Mitternachtssonne

7. Nordkap – Norwegen

Die Straße von Alta in Richtung Nordkap hat mich interessanterweise sehr an die Straße von Kapstadt zum Kap der Guten Hoffnung erinnert. Eine wirklich tolle Route zum Nordkap, auf der Fahren einfach Spaß macht. Man will am liebsten immer weiter und gleichzeitig an jeder Kreuzung für immer bleiben, weil es dort wirklich wirklich schön ist.

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Je weiter nördlich wir kamen, desto bewölkter war es leider auch und als wir das Nordkap schließlich erreichten war von Mitternachtssonne keine Spur. Die hatte sich ganz verschämt hinter einer festen Wolkendecke versteckt. Schade einerseits, aber andererseits gab es der Situation noch einen ganz besonderen Zauber. Wenn man durch diese fast unwirkliche Landschaft fährt, Rentiere den Weg kreuzen und man irgendwann am Nordkap steht, dann hat das doch etwas sehr mystisches.

straße zum nordkap norwegen
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Das Nordkap selbst kann übrigens je nach Uhrzeit auch mal dezent überlaufen sein. Mein Tipp: einfach nochmal gegen 2 Uhr morgens hinfahren, dann hat man das Nordkap (fast) für sich alleine.

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Ihr wollt noch mehr? Schaut mal bei Twitter unter dem Hashtag #MBpolarsun was meine lieben Mitreisenden so über die Tour geschrieben haben.

Hinweis: Ich wurde von Mercedes Benz auf den Roadtrip eingeladen.

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